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Die Pädagogik des Waldorfkindergartens

Der Kindergarten arbeitet auf Grundlage des anthroposophischen Menschenbildes nach Rudolf Steiner (Begründer der Waldorfpädagogik).

 

Die Eltern, die den integrativen Waldorfkindergarten Gerresheim gründeten, haben es sich zur Aufgabe gemacht, schwerpunktmäßig die Kinder, die einer besonderen Begleitung bedürfen, zu fördern.

 

Der Kindergarten ist von vornherein so konzipiert worden, dass alle Kinder im alltäglichen Zusammenleben nachahmend von einander lernen können. Alle Mitarbeiter/-innen (Pädagoginnen und Therapeutinnen) haben es sich zur Aufgabe gemacht, für die Kinder die Tätigkeiten und Erlebnisse durchschaubar zu gestalten, so dass sie sich dadurch zum Mittun und Nachahmen eingeladen fühlen und die Welt in einem sinnvollen Zusammenhang erleben können.

 

Unser grundlegendes Ziel ist es, die individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten des Kindes zu fördern und zu stärken und es so auf Anforderungen seiner Zukunft vorzubereiten.

 

Der Tagesablauf im Kindergarten

ist geprägt von einem immer wiederkehrenden, rhythmischen Ablauf von alltäglichen und besonderen Aktivitäten. Rhythmus ist die Lebensgrundlage des Menschen  (Herz- u. Atemrhythmus, Wachen und Schlafen, Spannung/Entspannung etc.) und der Natur (z. B. in den Jahreszeiten).Eine rhythmische Einteilung des täglichen Lebens bietet dem Kind Halt und Orientierung,Sicherheit und Geborgenheit. 

Das kleine Kind muss diesen Rhythmus erst noch lernen durch sinnvolle, sich wiederholende Aktivitäten, wie:

  • Morgenkreis
  • Freies Spiel
  • Reigen
  • Gemeinsame Mahlzeiten
  • Ruhephasen
  • Spiel in Garten und Wald
  • Märchenkreis (Tisch-, Puppen- und Marionetten-Theater)
  • Malen mit Stiften und Wachsmalblöcken, Aquarellmalen

 

Die ganzheitliche Entwicklung der kindlichen Fähigkeiten wird durch die handwerklichen, hauswirtschaftlichen und pflegerischen Arbeiten der Erwachsenen im Haus und in der Natur gefördert.

Elementare Grundlage für das Lernen in der Kindheit ist das freie Spiel und die Schulung der unteren Sinne (Tast-, Lebens-, Eigenbewegungs- und Gleichgewichtssinn). Dabei wird besonderer Wert auf die Auswahl der Arbeits- und Spielmaterialien gelegt.

 

 

Beispiele handwerklicher Tätigkeiten:

  • Holzwerkstatt: sägen, schnitzen, bohren, hämmern usw.
  • Textilwerkstatt: Wolle waschen, spinnen, weben, filzen
  • Küchentätigkeiten: kochen, backen, Mehl mahlen, Tisch decken
  • Hauswirtschaftlich, pflegerische Tätigkeiten:  bügeln, putzen, kleinere Reparaturen,
  • Ofen heizen, waschen
  • Arbeiten im Garten: Häuschen bauen, Holz sammeln und sägen im Wald
  • Bastelarbeiten: Jahreszeitengemäß, z. B. kneten von Krippenfiguren, Kastanienketten auffädeln, Blumenkränze binden, Sterne falten usw.

Im Freispiel können die Kinder entsprechend ihrer Phantasie vielfältig z. B. durch Rollenspiele soziale Kompetenzen erwerben.

 

Im Garten und im direkt angrenzenden Wald wird den Kindern ein vielfältiger Erfahrungsraum geboten für die gesunde Entfaltung und Pflege der unteren Sinne. Auf natür-liche Weise findet hier eine Begegnung mit den Elementen statt, z. B: Wasserspiele am/im Bach, Hitze und Kälte erleben, klettern und balancieren auf Bäumen, rollen und krabbeln im Laub und im Sand, riechen, fühlen, schmecken. . Diese Erlebnismöglichkeiten bilden die Grundlage für die gesamte weitere Entwicklung des Kindes.

 

Für das kleine Kind ist es von elementarer Wichtigkeit, dass die Erlebnisse in seiner Welt durchschaubar sind, dass sie zum Mittun einladen und dass die Welt in einem sinnvollen Zusammenhang steht (um Brötchen backen zu können, muss erst das Mehl gemahlen werden).

 

Wichtigstes Ziel ist es, dem Kind seine Daseinsfreude und eine seelische Kohärenz zu vermitteln, d. h. dass das Kind sich verbunden fühlen kann mit seinen täglichen Erlebnissen im Gruppenalltag mit den anderen Kindern.

 

Der Mensch lernt das Menschsein nur am Menschen.

Novalis